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Shell stellt Pkw-Szenarien bis 2030 vor

Mehr Autos auf Deutschlands Strassen
Frauen und Senioren holen bei Motorisierung weiter auf


Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise wird der Pkw-Bestand in Deutschland mittelfristig zunehmen. Hauptgründe für den Anstieg von heute (2007) 47 Millionen auf 49.5 Millionen in 2030 ist die zunehmende Motorisierung der Frauen im Allgemeinen sowie der zunehmende Motorisierungsgrad im Alter. Trotz Zunahme alternativer Antriebsformen wie Hybrid-, Elektro- und Wasserstofftechnologie wird der Verbrennungsmotor auch in Zukunft die Hauptantriebsart bleiben. Der Kraftstoffverbrauch wird jedoch weiter sinken. Auch die CO2-Emissionen gehen deutlich zurück. Das ist das Ergebnis der 25. Shell Pkw-Szenarien bis 2030, die Shell heute unter dem Titel „Fakten, Trends und Handlungsoptionen für nachhaltige Automobilität“ in Berlin vorgestellt hat.

Die verkehrlichen Basisprognosen, die Entwicklung des Pkw-Modells, die Berechnung von Fahrleistungen, Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen erfolgten durch die ProgTrans AG, die auch die langfristigen Entwicklungen des Güterverkehrs in Deutschland sowie des Personenverkehrs in Österreich und der Schweiz basierend auf ihrem “European Transport Report” beigesteuert hat. Demografische und makroökonomische Entwicklungen wurden durch die Prognos AG quantifiziert; die Ausarbeitungen zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen wurden vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut HWWI unterstützt.


Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 1.1 Prozent pro Jahr und rückläufiger Bevölkerungszahl (- 3.7 Millionen auf 78.5 Millionen bis 2030) wurden zwei politische Rahmenszenarien unterstellt. Beim Trend-Szenario wird davon ausgegangen, dass die derzeitige Entwicklung im wesentlichen fortgeschrieben wird. Beim Alternativ-Szenario werden strengere Klimaschutzziele zu Grunde gelegt und versucht, deren Auswirkungen auf den Pkw-Verkehr zu quantifizieren. (Letzteres entspricht dem Blueprint-Szenario der Shell energy scenarios to 2050).

Die „automobile Emanzipation“ schreitet weiter voran. Die Motorisierung der Frauen insgesamt wird von heute etwa 340 auf gut 430 Pkw je 1’000 Frauen ansteigen; sie erreicht in 2030 damit etwa 60 Prozent der männlichen Pkw-Motorisierung. Die Motorisierung der Männer legt nur noch geringfügig von heute knapp 700 auf etwa 715 Pkw je 1’000 Männer in 2030 zu.

Die meisten Altersgruppen nehmen ihre Motorisierung von niedrigen in höhere Altersklassen mit. Vor allem Frauen über 50 Jahre legen hier kräftig, ältere Männer immerhin noch leicht zu. Hieraus folgt eine zunehmende Pkw-Motorisierung und Auto-Mobilität im Alter. Die Motorisierung der unter 35-Jährigen ist dagegen weiterhin leicht rückläufig.

Der gesamte Pkw-Bestand steigt von heute 47 auf 49.5 Millionen Fahrzeuge. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher statistischer Motorisierungsgrad über alle Haltergruppen von rund 630 Pkw pro 1000 Einwohner gegenüber heute von gut 570. Um diesen Motorisierungsgrad zu erreichen, bedarf es 3 bis 3.5 Millionen Neuzulassungen pro Jahr.

Die durchschnittlichen Fahrleistungen gehen von heute 12’500 Kilometer auf 11’900 Kilometer pro Pkw in 2030 zurück. Die Gesamtfahrleistung steigt hingegen von heute 588 Mrd. Fahrzeugkilometer auf zunächst 595 Mrd. in 2020 an, geht dann aber bis 2030 auf 590 Mrd. Kilometer zurück. Künftig wird jedoch ein immer grösserer Teil der Gesamtfahrleistung von älteren Menschen erbracht werden. Hatten die unter 40-jährigen 1995 noch einen Fahrleistungsanteil von knapp 40 Prozent, werden es 2030 nur noch gut 20 Prozent sein. Umgekehrt wird der Anteil der über 50-jährigen an der Gesamtfahrleistung von 23 Prozent im Jahr 1995 auf 35 Prozent in 2030 steigen.


Link Die Shell-Pkw-Szenarien können direkt bei der Shell Deutschland Oil GmbH bezogen werden; ein pdf-download ist dort ebenfalls möglich.
 

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