<< 12. März 2005 >>
Zentrale Ergebnisse zur Sondererhebung
“Renaissance des Schienengüterverkehrs?”
Die ProgTrans AG (Basel) und das ZEW (Mannheim) haben soeben die Ergebnisse einer Sonderumfrage zum Thema „Renaissance des Schienengüterverkehrs?“ im Rahmen ihrer Expertenbefragung zum „TransportmarktBarometer“, die vierteljährlich durchgeführt wird, vorgelegt. Befragt wurden rund 300 Spitzenkräfte der Transport- und Verladenden Wirtschaft nach ihrem Informations- und Nutzungsverhalten beim Schienengüterverkehr, nach ihren ersten Eindrücken von der Schienenliberalisierung, nach ihrer Beurteilung der heutigen Transportqualität, nach den zentralen Barrieren einer intensiveren Nutzung Kombinierter Verkehre Schiene/Strasse sowie nach den Mittelfristperspektiven der Schiene bis 2010.
Die markantesten Ergebnisse:
(1) Mehrheitlich informieren sich die Experten über die Angebote im Schienengüterverkehr und etwa die Hälfte hat sie im vergangenen Jahr tatsächlich genutzt. Die andere Hälfte beabsichtigt jedoch, auch im kommenden halben Jahr diesen Verkehrsträger nicht zu nutzen.
(2) Die neuen Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem Markt haben bisher erst bei einem guten Drittel der Experten das Bild vom Schienengüterverkehr positiv beeinflusst.
(3) Die Bewertung der aktuellen Schienenqualität ergibt ein wenig befriedigendes „ausreichend“. Vergleichsweise gut schneiden die Auftragsbearbeitung und -abwicklung ab, passabel die Pünktlichkeit. Besonders schlecht kommen die Transportlaufzeit und die logistischen Zusatzleistungen weg. Das Preis-Leistungsverhältnis erhält die Schulnote 3,7. Dieses „ausreichend plus“ ist in einem durch zunehmenden Wettbewerbsdruck gekennzeichneten Markt sicherlich eine schlechte Ausgangslage.
(4) Von besonderer Bedeutung sind für die Experten im Schienengüterverkehr vor allem drei Qualitäten: Der Preis, die Pünktlichkeit und die Transportlaufzeit. Von der Pünktlichkeit abgesehen, müssen die Anforderungen der Kunden und das Leistungsprofil der Schiene also noch deutlich besser in Einklang gebracht werden.
(5) Der Kombinierte Verkehr Schiene/Strasse ist den Experten heute zu langsam, zu aufwändig und zu teuer. Kritisiert wird also vor allem, was man als Systemnachteile der intermodalen Zusammenarbeit der Verkehrsträger betrachten kann.
(6) Trotz aller Kritik erwarten mehr als 50 Prozent aller Experten bis 2010 ein stärkeres und nochmals 7 Prozent sogar ein deutlich stärkeres Aufkommen auf der Schiene als heute. Dies ist im Einklang mit den Erwartungen aktueller Langfristprognosen für die Güterverkehrsentwicklung in Deutschland, so z.B. der Verkehrsprognose im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung oder dem aktuellen „European Transport Report“ der ProgTrans AG.




































