01. Dezember 2004 ![]()
Systemvergleich Kostenstruktur der Bodenverkehrsmittel
Die Kenntnis der Kostenstrukturen und ihr verkehrsträgerübergreifender Vergleich gewinnen im Zusammenhang mit der verstärkten Einbeziehung umfassender ökonomischer Aspekte in die verkehrspolitische Diskussion ausserordentlich an Bedeutung.
Die sehr kontrovers geführte Auseinandersetzung um die Einführung von Strassenbenutzungsgebühren in Deutschland, die mit dem Beschluss einer Maut für schwere Lkw ab 12 t auf Autobahnen umgesetzt wurde, lässt eine Fortsetzung der Diskussion zur Ausweitung der Maut auf andere Verkehrssegmente erwarten.
Eine kritische Betrachtung der Argumentation für und wider die Einführung von Nutzungsgebühren für Verkehrswege führt zu der Erkenntnis, dass solche Gebühren durchaus sinnvoll und unserem marktwirtschaftlichen System angemessen sind, sofern sie auf Bemessungsgrundlagen basieren, die dem tatsächlichen Ressourcenverzehr der Verkehrswegenutzung gerecht werden. Allerdings ist dabei auch das bestehende Abgabensystem mit u.a. Kfz-Steuer, Mineralölsteuer und Ökosteuer darauf abzustimmen.
Die konkrete Ausgestaltung der Gebührensätze und ihrer Differen-zierung stösst allerdings auf Schwierigkeiten, weil trotz des Bemühens um Transparenz in zahlreichen Studien die Qualität der zur Ermittlung der Gebührensätze herangezogenen Quellen nicht ausreicht. Zum Teil lückenhafte Statistiken, unterschiedliche Abgrenzungen, international nicht durchgängige Vergleichbarkeit etc. führen zu deutlichen Spann-breiten, die keine Eindeutigkeit zulassen, sondern Ermessensspielräume für politische Entscheidungen eröffnen. Das heisst, dass beispielsweise eindeutige Gebührensätze nicht unmittelbar daraus abgeleitet werden können und innerhalb der Ergebnis-Bandbreiten noch kein abschliessender Konsens gefunden werden konnte.
Die Ermittlung transparenter, vergleichbarer Daten ist zugegebener-massen schwierig. Die Studie „System-vergleich Kostenstruktur der Bodenverkehrsmittel“ mit Fokussierung auf Strasse und Schiene sowie den Güterverkehr gibt einen umfassenden Überblick über den Facettenreichtum und die Differenziertheit der Kostenstrukturen. Basis-Informationen zum Systemvergleich ermöglichen die Einordnung von Kostenunterschieden bei beiden Verkehrsträgern. Denn letztlich bestimmen nicht nur die Kosten, sondern auch die Systemeigenschaften in ihrer Gesamtheit die Qualität der Transportmittel und sind damit auch für deren Beurteilung massgebend.
Mit den Ergebnissen der im Auftrag der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT) erarbeiteten Studie leistet die Automobilindustrie einen Beitrag, die Diskussion zu versachlichen und Handlungsbedarf aufzuzeigen, um künftig Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und politisch glaubwürdig gegenüber den Betroffenen zu vertreten und durchzusetzen.
Die Studie ist in der FAT Schriftenreihe (Nr. 185) erschienen und kann unter direkt beim Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) bezogen werden.




































