23. Juni 2004 ![]()
Zentrale Ergebnisse im 2. Quartal 2004 zum
TransportmarktBarometer von ProgTrans/ZEW
Die ProgTrans AG (Basel) und das ZEW (Mannheim) haben soeben die neuesten Ergebnisse ihrer Expertenbefragung zur Entwicklung der Transportmärkte und -preise in Deutschland im kommenden halben Jahr vorgelegt. Befragt wurden wiederum rund 200 Spitzenkräfte der Transport- und Verladenden Wirtschaft. Erstmals wurde auch die See-fracht berücksichtigt, und die Fragen nach den erwarteten Veränderungen wurden neu etwas differenzierter gestellt als bisher.
Die Ergebnisse sind weiterhin von drei wichtigen Ereignissen bzw. Erwartungen geprägt: Dem erwarteten konjunkturellen Aufschwung, der Preisveränderungen durch die ausgesetzte Maut einerseits und massiv steigende Ölpreise andererseits sowie von der inzwischen auch formell vollzogenen EU-Osterweiterung.
Die markantesten Ergebnisse:
(1) Die Einschätzungen zur Entwicklung des Transportaufkommens im nächsten halben Jahr bringen deutlich die Erwartung einer baldigen konjunkturellen Belebung zum Ausdruck; bei den Landverkehren wird - als Konsequenz der EU-Osterweiterung - mit einem zunehmenden Wa-renaustausch mit Osteuropa gerechnet. Die Experten schätzen die Ent-wicklungsaussichten für das kommende halbe Jahr bei den Transport-zweigen und in den verschiedenen Relationen allerdings recht unterschiedlich ein:
Im Deutschland-(Binnen-)Verkehr sollen die Transportmengen vor allem auf der Strasse und im kombinierten Verkehr weiterhin zulegen, während die Perspektiven bei der Schiene und beim Binnenschiff sehr zurückhaltend eingeschätzt werden. Die Luft- und Seefracht innerhalb Europas werden auf einen moderaten Wachstumskurs gesehen. Überwiegend sind die Erwartungen im Binnenverkehr gedämpfter als noch im 1. Quartal 2004.
Im europäischen grenzüberschreitenden Verkehr werden vor allem die Osteuropa-Relationen als Wachstumsmärkte gesehen. Interkontinental werden die guten Wachstumsaussichten für Nordamerika inzwischen fast ebenso stark eingeschätzt wie im Verkehr mit der Asien-/Pazifik-Region.
(2) Die Einschätzungen zur Preisentwicklung sind - vermutlich aus recht unterschiedlichen Gründen - nach Relationen und Verkehrszweigen uneinheitlich. Die wichtigsten Einflussgrössen dürften einerseits die in 2004 nicht mehr zustande kommende Lkw-Maut und andererseits die Treibstoffkostenentwicklungen sein. Hinzu kommt sicherlich auch die Erwartung, dass aus den EU-Beitrittsländern aufgrund des Lohngefälles ein zunehmender Druck auf die Transportpreise entstehen wird. Die zentralen Perspektiven:
Die ausgesetzte Lkw-Maut und die neue Konkurrenz aus den EU-Beitritts-ländern dämpfen die Erwartung steigender Preise im Lkw- und KEP-Verkehr stark.
Auch bei den übrigen Landverkehrszweigen (Schienenverkehr, Binnen-schifffahrt, Kombinierter Verkehr) nimmt der Anteil derjenigen, die mit steigenden Frachtraten rechnen, gegenüber dem Vorquartal nochmals generell ab.
Bei der Luftfracht ist die Erwartung steigender Preise gegenüber dem Vorquartal hingegen deutlich angestiegen, weil Treibstoffzuschläge und teilweise knappe Kapazitäten - vor allem in der interkontinentalen Seeschifffahrt - ihre Wirkung bereits zeigen.
























































